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Villa Rustica in Roderath
Römische Hofanlage wird zum Leben erweckt - die Region Nettersheim ist um eine archäologische Besonderheit reicher
Die Rekonstruktion des römischen Gehöftes am Ortseingang von Roderath ist einen weiten Schritt voran gekommen. Was man sich bisher nur schwer vorstellen konnte, hat nun durch frisch gepflanzte Hecken und neu angelegte Wege in Verbindung mit schon länger bestehenden Mauerzügen Gestalt angenommen. Eindrucksvoll präsentiert sich die am Hang gelegene Hofanlage. Beeindruckend ist auch die in dieser vielfältigen Form bislang nicht bekannte öffentlich-private Partnerschaft, durch die eine Umsetzung erst möglich wurde.
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Der erste Spatenstich der Archäologen erfolgte vor 20 Jahren  Zwischen 1984 und 1989 wurde westlich der Ortschaft Roderath ein römischer Gutshof, eine sogenannte villa rustica, ausgegraben. Neben einem Haupthaus mit Steinsockel wurden mehrere Nebengebäude in Holzbauweise sowie geringe Reste eines Ofens und einer Wasserleitung nachgewiesen. Seitens der Gemeinde Nettersheim und der Roderather Bevölkerung bestand stets der Wunsch, die Ergebnisse dieser Ausgrabung im Gelände sichtbar zu machen. Neben dem Interesse der Dorfgemeinschaft, die eigene Geschichte lebendig zu halten, sollen auch Besucher und Gäste einen Eindruck von der römischen Vergangenheit des Ortes erhalten. |
Hecken machen Gebäude sichtbarMit der Rekonstruktion der Grundmauern des Hauptgebäudes wurde
unmittelbar im Anschluss an die Grabung ein erster Schritt in diese
Richtung getan. In der Folgezeit gab es verschiedene Planungen, auch
mit weiteren Rekonstruktionsmaßnahmen in Festbauweise, die aber u.a.
aus finanziellen Gründen nicht umgesetzt werden konnten. Mit der
Zuversicht, dass eine Sichtbarmachung der Anlage dennoch erfolgen wird,
wurde - gefördert vom Kreis Euskirchen - eine Ausschilderung bereits
vorgenommen. Im Jahr 2004 ist in enger Kooperation mit dem
Rheinischen Amt für Bodendenkmalpflege, Außenstelle
Nideggen-Wollersheim ein gleichermaßen fachlich fundiertes wie kostengünstiges Rekonstruktionskonzept
erarbeitet worden. Der damalige Leiter der Außenstelle Paul Wagner hat einen
Gestaltungsentwurf gefertigt, der als Basis für die Umsetzung diente:
Buchenhecken machen Größe und Position der Nebengebäude sichtbar, auch
das Hofareal wird von Buchenhecken umfasst. |
Erfolgreiches Gemeinschaftsprojekt  Gemeinsam mit der Dorfbevölkerung wurde die Umsetzung dieses Entwurfes
beschlossen. Schnell fanden sich nun Lösungen für die Umsetzung: die
Außenstelle Nideggen-Wollersheim des Rheinische Amtes für
Bodendenkmalpflege übernahm die Meß- und Aushubarbeiten, die Untere
Landschaftsbehörde sagte ihre Unterstützung bei der Finanzierung der
Pflanzen zu, vor allem aber signalisierten Bürger der Gemeinde Nettersheim und des Ortes Roderath, allen voran der Ortsvorsteher Heinz Klinkhammer ihr Engagement und übernahmen die Verantwortung für die spätere Pflege. So
konnte im Oktober 2004 eingemessen, das Wegesystem und ein kleiner Parkplatz
angelegt werden, anschließend wurden die Hecken gepflanzt und eine
Obstwiese mit standortgerechten, alten Sorten angelegt. Ein Gemüse- und
Kräutergarten, eine Weidenrutenkonstruktion des Ofens und weitere
Ausstattungselemente wie Schutzhütte und Infotafel sollen die Anlage im
kommenden Jahr ergänzen. |
Attraktives Ausflugsziel für BesucherDas gewählte Konzept bietet neben dem vergleichsweise günstigen Kostenvolumen noch weitere Vorteile: Die Pflanzungen sind mit den ökologischen Grundsätzen der Gemeinde bestens in Einklang zu bringen. Zudem beschränken sich anderenorts Rekonstruktionsmaßnahmen an römischen Villen in aller Regel auf die Hauptgebäude der Anlagen und geben damit dem Besucher ein nur sehr ausschnitthaftes Bild eines römischen Gutshofes. Die Besonderheit des Roderather Konzeptes besteht darin, dass dem Besucher hier ein Gesamteindruck eines kleinen regionaltypischen Gehöftes vermittelt wird. |
Speisen wie die RömerSomit wird der Ort Roderath und die Region Nettersheim um eine nicht
alltägliche archäologische Attraktion reicher. Veranstaltungen zur
villa rustica und dem römischen Landleben sind im Jahresprogramm des Naturzentrums Eifel enthalten: der Ausgräber
der Anlage, der Archäologe Gerd-Uwe Knackstedt gestaltet sie fachkundig. Die Hofanlage ist auch für die Wanderer auf dem
ganz in der Nähe verlaufenden Jakobs-Pilgerweg Köln-Trier
eine interessante Station. Etwas ganz Besonderes bietet die
Wirtin der nahen Gastwirtschaft "Zum Jägerstützpunkt" in Roderath, Edeltraud Rudolf, an: römische Speisen, sogar ganze
Menüs. So können z.B. Besuchergruppen nach einer
Wanderung und einer Besichtigung des Römerhofes Roderath dort in echt römischer Manier einkehren. Die
Roderather selbst können sich darüber freuen, dass sie mit dem
nachempfundenen römischen Gutshof ein einzigartiges Gelände für
Dorffeste, "Römerfeste" und ähnliche Veranstaltungen erhalten - dazu
lädt die kreisförmig gestaltete Fläche im Zentrum der Hofanlage
geradezu ein! |

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