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Landwirtschaft

Gebietsweise karge Böden, das Berglandklima und die von weiten Höhenrücken und tiefen Tälern und Siefen durchfurchte Landschaft sind charakteristisch für die gesamte Eifel.

Diese für die landwirtschaftliche Nutzung eher nachteilige Ausgangsposition führte zusammen mit einer von Grenzkriegen und Realerbteilung geprägten Geschichte zu einer Jahrhunderte langen Verarmung der Landwirtschaft.

Die in der Region dennoch traditionell starke Rolle der Landwirtschaft wurde jedoch durch Strukturkrisen und den starken Preisverfall für ihre Produkte deutlich geschwächt. Zur Zeit sind in der Eifel noch 384 landwirtschaftliche Betriebe gemeldet (darunter jedoch etwa 60 % Nebenerwerbsbetriebe). Sie bewirtschaften insgesamt eine Nutzfläche von 10.770 ha.


Boden- und klimabedingt wird nur ein Viertel der Fläche ackerbaulich genutzt. Hauptanbaufrucht ist Getreide (Gerste gefolgt von Weizen, Hafer und Roggen). Öl- und Hülsenfrüchte, Hackfrüchte und Kartoffeln spielen nur eine sehr untergeordnete Rolle. Von entscheidender Bedeutung ist hingegen das Grünland mit seiner Vieh- und Milchwirtschaft, das 75 % der landwirtschaftlichen Nutzfläche ausmacht. Aufgrund der Klima- und Bodenverhältnisse ist nur ein Teil der Flächen intensiviert worden, auf den übrigen, extensiv bis halbintensiv bewirtschafteten Flächen blieb eine erstaunliche Artenfülle erhalten, die sich vor allem in blütenreichen Berg- und Feuchtwiesen sowie in Magerrasen zeigt. Angepasst an das natürliche Ertragspotential der Region, werden etwa 16.000 Rinder und Milchkühe gehalten; zählt man Schafe und Pferde hinzu, kommt man auf eine durchschnittliche Viehbesatzdichte von nur 0,93 GV je ha Hauptfutterfläche. Viele Landwirte sehen heute ihre Chance nicht in weiterer Ertragssteigerung, sondern in einer extensiven Wirtschaftsform, die durch geringere Kosten und gezielte Förderprogramme nicht nur naturschonend, sondern auch rentabler ist. Über 60% des Grünlandes sind bereits in der Extensivierung.

Dies alles zeigt, dass bereits große Flächen umweltgerecht genutzt werden und auch noch ein erheblicher Spielraum für weitere Extensivierung besteht. Den Schritt zum eingetragenen Bio-Bauernhof haben bislang 29 Betriebe gewagt, wobei auch hier das Potential noch nicht ausgeschöpft ist.


Auf vielen Höfen ist die wirtschaftliche Lage durch fallende Produktpreise kritisch; selbst unter den Haupterwerbsbetrieben erreichen längst nicht alle ein befriedigendes Einkommen, so dass sich der Strukturwandel früher als erwartet einstellen wird. Ein Wegbrechen der Landwirtschaft kann aber nicht gewollt sein, würde damit doch die Kulturlandschaft mit ihren bunten Wiesen, Weiden, Magerrasen und Hecken verloren gehen und die Region ihre Identität und ihren Wert als Erholungslandschaft verlieren. Es muss gelingen, ökologische, soziale und gesellschaftliche Leistungen in der Landwirtschaft auch finanziell zu honorieren und zusätzlich neue Erwerbsquellen aufzutun. Im Rahmen des 1997 gestarteten DBV-Eifelprojekts wurde die "Umsetzung der Biotop- und Landschaftspflege durch Integration in landwirtschaftliche Nutzung und Vermarktung regionaler Produkte" gefördert. Landwirte wurden informiert und ermuntert, sich an Programmen des Vertragsnaturschutzes zu beteiligen. Heute nehmen in unserer Region 125 Landwirte mit einer Fläche von 860 ha am Kulturlandschaftsprogramm NRW teil.

Der regionale Absatz von Eifel-Rindfleisch hoher Qualität über eine Supermarktkette und die gezielte Vermarktung von qualitätsvollem Kräuterheu an Kleintier- und Pferdehalter sind ebenfalls positive Effekte des DBV-Eifelprojektes.



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Weitere Informationen

Jahresprogramm des Naturzentrums Eifel zum Thema Landwirtschaft und Landschaftsschutz

Kartoffelernte

Website der Regional- Vermarktungsagentur NRW, dort gibt es die Broschüre "Natürlich Eifelrind - Rindfleisch- und Heuvermarktung im Verbund" zum Download.  

Informationen zum Vertragsnaturschutz gibt die Website des Ministeriums f. Umwelt & Naturschutz, Landwirtschaft und Verbraucherschutz NRW



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