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Austellung "Bäuerliche Traditionen & Handwerk"
Hart und kalt sind ihre Felder: Nicht einfach hatten und haben es die Landwirte der Eifel. Das Bewirtschaften der Minderertragsböden unter den gegebenen rauen Witterungsverhältnissen war und ist ein hartes Brot für die Eifelbauern.
So verwundert es nicht, dass die Eifel als "Armenhaus des Rheinlandes" und "Sibirien Deutschlands" bezeichnet wurde. Hungersnöte im 19. Jahrhundert führten dazu, dass viele Menschen die Eifel verließen. Einige suchten im Ruhrgebiet Arbeit, andere wanderten nach Amerika aus.
Im Zuge der Industrialisierung, die auch vor der Landwirtschaft nicht Halt machte, hieß es für die Eifelbauern in besonderem Maße "wachse oder weiche". Die Strukturreformen in der Landwirtschaft verursachten darüber hinaus ein ungebremstes Höfesterben. So konnten in den Dörfern nur einige wenige Vollerwerbsbetriebe, größtenteils auf Aussiedlerhöfen, überleben.
Im Nebenerwerb suchen heute viele durch Pferdehaltung und die Zucht extensiver Rinderrassen ein Zubrot zu erwirtschaften. Gerade diese Landwirte werden auch verstärkt in der Landschaftspflege und im Vertragsnaturschutz eingesetzt und erfüllen hier eine wichtige Aufgabe für den Erhalt unserer Kulturlandschaft.
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 Zu Ende des 19. Jahrhunderts waren viele Handwerker und Kleinhändler in unseren Dörfern ansässig: Fuhrmann, Kalkbrenner, Müller, Scherenschleifer, Schmied, Schreiner, Schuster, Stellmacher und Stukkateure. Nur der letzte Berufszweig konnte sich bis heute - vor allem in Marmagen - behaupten.
Um den Eifelgästen dieses teilweise beschwerliche Leben unserer Vorfahren vor Augen zu führen, lässt das Naturforum Nettersheim in verschiedenen Ausstellungsbereichen und Veranstaltungsangeboten bäuerliche und handwerkliche Traditionen wieder aufleben. |
Folgende Angebote hält das Naturzentrum Eifel für Sie bereit:
Altes Bauernhaus (Römerplatz 8):
- Liebevoll restauriertes und originalgetreu eingerichtetes Bauernhaus aus dem Jahr 1896. Es gibt einen Eindruck davon, wie die Eifeler vor mehr als 100 Jahren lebten: vom Herdraum mit "Backes" über die "gute Stube" bis zu den oberen Schlafgemächern. Die Kombination von Bruchsteinsockel und Fachwerk und die Dacheindeckung mit den schwarzglasierten Hohlfalzziegelpfannen sind typische Elemente der traditionellen Bauweise der Region.
- Scheune mit historischen landwirtschaftlichen Geräten
Artenreicher traditioneller Bauerngarten (Parkanlage Pfaffenbenden):
- Gemüsebeete (viele alte Gemüsesorten)
- Loki-Schmidt-Beet
- Gewürz-, Heil-, Zier- und Färberpflanzen
Zentralgebäude (Römerplatz 8-10):
- Museumsshop mit kulturgeschichtlicher Fachliteratur und Regionalia, regionalen Produkte (Spirituosen), Honig...
Werkhäuser und Kalkbrennöfen (Kaninhecke):
- Überreste der historischen Kalkbrennerei, die sich seit Mitte des 19. Jhdt. bis um 1930 am Ort befand. In den Werkhäusern wurde der gebrannte Kalkstein gemahlen.
- Zwei restaurierte Kalkbrennöfen befinden sich nur wenige Schritte entfernt. Das Steinmaterial wurde in einem oberhalb gelegenen Steinbruch abgebaut. Der gebrannte Kalkstein wurde mit Kipploren zu den Werkhäusern transportiert.
- Eine historische Getreidemühle, die aus dem Ortskern von Nettersheim stammt, wurde in den Werkhäusern wieder aufgebaut und wird hier mehrmals in der Woche betrieben.
Nettersheim Tour 4: Über die Dörfer. Routenvorschlag für Wanderer und Radwanderer zu kulturhistorisch interessanten Punkten der Gemeinde Nettersheim.
"Streifzug durch Nettersheim": Denkmalpflege und Dorfentwicklung – Geschichte und Natur im Dorf Nettersheim.
Veranstaltungsangebote des Jahresprogramms des Naturforum Nettersheim: Seminare, Exkursionen, Erlebnistage, Pauschalangebote. |

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