11.12.2017

Deutscher Nachhaltigkeitspreis

Sieger in der Kategorie "Deutschlands nachhaltigste Kleinstädte/Gemeinden 2018": Nettersheim

Bild 1: Eifelgemeinde Nettersheim - Deutschlands nachhaltigste Gemeinde 2018

Bild 2: Die drei Nominierten in der Kategorie "Kleinstädte/Gemeinden"

Bild 3: Preisverleihung durch NRW-Ministerpräsident Armin Laschet, Fotograf: Darius Misztal

„Seit 2008 sucht der Deutsche Nachhaltigkeitspreis jedes Jahr kreative Lösungen für die Herausforderungen von morgen: Europas größte Auszeichnung für ökologisches und soziales Engagement würdigt Spitzenleistungen der Nachhaltigkeit. Mit dem Preis fördert die Stiftung Deutscher Nachhaltigkeitspreis e. V. gemeinsam mit der Bundesregierung und weiteren Partnern mutige Akteure und Ideen mit Vorbildfunktion.“ Quelle: www.nachhaltigkeitspreis.de

Neun Kommunen haben es bis in das Finale des Deutschen Nachhaltigkeitspreises geschafft. Unter den Kleinstädten und Gemeinden setzten sich Eltville am Rhein, Nettersheim und Saerbeck durch und Nettersheim wurde Bundessieger.

Über die Anforderungen der nachhaltigen lokalen Entwicklung hinausgehend, bewarb sich Nettersheim mit seiner ambitionierten Strategie, natürliche Ressourcen und kulturelle Wurzeln zu bewahren. Den Blick zurück in die Traditionen mit behutsamem Handeln für die Zukunft zu verbinden, wurde als besondere Stärke in der Bewerbung hervorgehoben.

 

 

 

 

 

 

 

Download Sonderpublikation zum Nachhaltigkeitspreis, Dezember 2017

 


Jurybegründung:

EIFELGEMEINDE NETTERSHEIM

Top 3 "Deutschlands nachhaltigste Kleinstädte/Gemeinde 2018"

"Im Südwesten von Nordrhein-Westfalen liegt die Eifelgemeinde Nettersheim. Die Kommune mit etwa 7.500 Einwohnern hat schon in den 1980er Jahren die Weichen für eine nachhaltige Regionalentwicklung gestellt – eine gute Entscheidung in einer Region, die sich durch einzigartige Natur- und Kulturschätze auszeichnet.

In Nettersheim sind Natur und Umwelt immer im Fokus, und das nicht bloß aufgrund der idyllischen Lage in der Mittelgebirgslandschaft zwischen Urft und Erft. Die Gemeinde wurde mehrfach als Bundeshauptstadt im Naturschutz und Bundeshauptstadt der Biodiversität ausgezeichnet und ist heute zu einem großen Teil Landschaftsschutzgebiet. Ein besonderes Highlight ist das Naturzentrum Eifel, das mit seinem breiten Angebot der außerschulischen Umweltpädagogik und Erwachsenenbildung überregionale Bekanntheit erlangt hat. In verschiedenen Ausstellungsräumen wird die erdgeschichtliche, historische und ökologische Vielfalt der Natur- und Kulturlandschaft Eifel abgebildet. Die Wissensvermittlung folgt dem Konzept „Begreifen durch Erleben“ und ver-bindet Erlebnisorientierung mit fachlichem Fundament. Aktivitäten wie der Löwenzahn-Erlebnispfad und der Archäologische Landschaftspark locken ganzjährig Touristen und Schulklassen und belegen eindrucksvoll, dass Umweltbildung und Naturerlebnis zum relevanten Wirtschafts- und Standortfaktor geworden ist. Zur Umsetzung wurden robuste Strukturen und Institutionen geschaffen, u.a. das Bildungswerk Nettersheim, ein Förderverein, Bürgervereine und Agendabeiräte.

Dem Strukturwandel im ländlichen Raum stellt Nettersheim eine Gesamtstrategie entgegen, um mit gezielten Maßnahmen in den Bereichen Infrastruktur, Wohnraum und Betreuung die Attraktivität der Gemeinde zu steigern. Der historische Ortskern wurde revitalisiert, durch ein gezieltes Leerstandsmanagement und Bauberatung wird die Gemeindeentwicklung gesteuert.

Die Wertschätzung für die lokale Ressource Holz zeigt sich nicht nur in den Angeboten des Holzkompetenzzentrums Rheinland, das von der Gemeinde gemeinsam mit dem Landesbetrieb Wald und Holz NRW getragen wird. Auch im Ortsbild spiegelt sich die Nutzung von Holz als Baustoff wider, unter anderem im kürzlich sanierten Bahnhof.

Beim Klimaschutz zeichnet sich die Gemeinde durch ein strategisches Vorgehen aus: Nach der Verabschiedung eines integrierten Klimaschutzkonzeptes in 2012 wurde ein Klimaschutzmanager eingestellt, um die Umsetzung der Maßnahmen in der Anfangsphase zu begleiten. Seit 2014 berät die Energieagentur Eifel Privatleute und Unternehmen bezüglich Klimaschutz und Energiewende. Nettersheim übernimmt auch im sozialen Bereich Verantwortung. Die umfassenden Bildungs-, Betreuungs- und Beratungsangebote werden durch das Familienzentrum Nettersheim koordiniert und für die 11 Ortsteile gemeinschaftlich gesteuert. Ziel ist insbesondere die Förderung von Kindern und Familien in unterschiedlichen Lebenslagen, aber auch Erwachsene und Senioren profitieren vom vielfältigen Programm. Beeindruckend ist auch das kulturelle Angebot, dass die kleine Kommune auf die Beine stellt – im Kulturbahnhof werden regelmäßig Ausstellungen lokaler, nationaler und internationaler Künstler gezeigt, jährlich wird die Eifeler Buchmesse und der Eifeler Jugendliteraturpreis veranstaltet.

Nettersheim nutzt seinen Standortvorteil und schafft mit dem einmaligen Natur- und Kulturerbe die Strukturen für eine nachhaltige Gemeindeentwicklung. Die Jury würdigt das konsequente und ganzheitliche Nachhaltigkeitsmanagement der Gemeinde Nettersheim mit einer Platzierung unter die Top 3 in der Kategorie „Deutschlands nachhaltigste Kleinstädte und Gemeinden 2018“."


Ziele realisieren sich nicht selbständig, deshalb wurde das Bündnis zwischen Politik, Verwaltung, Bürgerschaft und Gewerbe als Schlüssel für ein liebenswertes und zukunftsfähiges Nettersheim herausgestellt. Verbreitetes bürgerschaftliches Engagement, vitale Vereine und Bürgergruppen und eine kreative Kommunalverwaltung wurden in der Bewerbung als Schöpfer unserer lokalen Agenda-Prozesse mit weitreichender Kraft zur Integration dargestellt.

Was nun bedeutet "Nachhaltige Entwicklung"?

Sich zu entwickeln bedeutet für ein Land und die Welt, Arbeitsplätze und Wohlstand zu schaffen. Doch wenn wir weiterhin voranschreiten, ohne die Folgen unserer Lebensweise zu bedenken, werden wir sämtliche Ressourcen unseres Planeten aufbrauchen und unsere Umwelt so stark verschmutzen, dass die Schäden nicht wieder gut zu machen sind. Wir werden unsere Widerstandsfähigkeit gegen Mikroben und Schadstoffe schwächen und die Ungleichheit zwischen reichen und armen Völkern verstärken. Eine solche Entwicklung ist nicht nachhaltig. Nachhaltige Entwicklung ist eine Entwicklung, die für unseren Planeten und uns als Bewohner tragbar ist, an der jeder teilhaben kann und die allen Menschen zu Gute kommt.

Unser Handeln, auch im kleinen Nettersheim, hat immer auch globale Auswirkungen. Deshalb wollen wir uns nicht selbstzufrieden zurücklehnen, sondern unseren nachhaltigen Nettersheimer Weg weitergehen.








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